Lifestyle

Einfach nur normal

Meine Lieben, heute gibt es mal keinen Fashion-Post. Hier ist ein sehr persönlicher Beitrag entstanden, denn ich wollte einfach mal einige Gedanken loswerden. Viel Spass beim Lesen!

Alle sind hip. Posten im Instafeed die neusten Trends in Sachen Fashion, Interior oder Beauty. Bunte, schrille Sommerkleider, Balenciaga Sneakers oder das nach Farben sortierte, gesunde Müsli. Alles ist „lit“, „wow“ oder „mega“. Nichts ist mehr nur „okay“ oder „normal“. Doch was ist für uns normal? Was bedeutet für dich normal? Mich als Bloggerin beschäftigt diese Frage sehr, denn auch ich lasse mich von diesem ganzen Perfektionismus anstecken und beeinflussen. Ich sitze ohne Make up hier, einfach weil ich euch heute die ganz „normale“ Seite von mir zeigen möchte.

Ich gehe selten ungeschminkt vor die Tür, ausser am Wochenende mal zum Sport, ins Freibad oder zum Bäcker nebenan. Eigentlich finde ich es überhaupt nicht schlimm, sollte ich im Alltag wohl öfters machen 🙂 Würdest du dich ungeschminkt aus dem Haus trauen? Ich glaube viele Frauen brauchen Mut ohne Make-up rumzulaufen. In diesem Post geht es um Mut. Vom Mut dem ganzen Mainstream zu trotzen, auf Social Media und im realen Leben. Denn Mut ist nicht gleich Mut. Wann hast du das letzte mal ein „iwokeuplikethis“-Selfie gepostet? Ohne vorher deine schwarzen Ringe unter den Augen abzudecken? Oder mit deiner bunten Bettwäsche, statt der cleanen weissen. Oder Nein zu den klobigen Balenciaga Sneaker zu sagen, auch wenn sie jetzt alle tragen. Weil – seien wir mal ehrlich – ich aussehe als hätte ich einen Klotz am Bein. Nichts ist schwieriger als stinknormal zu sein. Ist es die Angst nicht mehr dazuzugehören?
Studien haben ergeben, dass wir am glücklichsten sind, wenn wir sozial anerkannt werden oder einfacher gesagt, wenn wir von anderen gefeiert werden. In unserer Gesellschaft wird es aber immer schwieriger diese Anerkennung zu bekommen.

Ich glaube es liegt defintiv an der Informationsüberflutung auf Social Media, der wir nicht entfliehen können. Während jeder gestylt vor einem Teller Spaghetti posiert, vegan kocht oder sich im perfekten Bikini-Body am schönsten Strand der Welt räkelt, kommt uns das eigene Leben manchmal total öde vor. Normale Bilder haben kaum noch Chance wahrgenommen zu werden. Es werden nur noch die Extremen gefeiert. Die schönsten Strände, tollsten Wohnungen, besten Superfoods, hippsten Styles. Wie oft habe ich selbst gedacht, oh Gott mein Instafeed ist nicht speziell genug und hab mir so selbst extrem Druck gemacht. Denn für mich als Bloggerin ist Instagram eine sehr wichtige Plattform. Wir stellen sofort unser eigenes Leben in Frage und denken: Wenn die das können, kann ich das doch auch. Mit den Designerkleidern, dem Bikini-Body, dem Traumurlaub. Und dann was passiert? Wir buchen sofort den nächsten Urlaub auf Bali, weil gerade alle dort waren, obwohl wir eigentlich nur nach Italien wollten. Oder bestellen uns den neusten Proteinshake, um noch schneller an unseren Summerbody zu kommen. Wir erzählen unseren Freundinnen vom neuen hippen Restaurant, obwohl alle lieber zum Italiener nebenan wollten. Es scheint alle sind ständig auf der Suche nach dem Neusten, Schönsten, Besten oder müssten sich für etwas bewerben. Aber da es alle machen, entsteht doch automatisch das Gefühl man sei nicht mehr up to date, wenn man nicht mitmacht. Das hat doch nichts mehr mit Realität zu tun.

Jeder zweite Feed auf Instagram sieht gleich aus, ist doch langweilig oder nicht? Es macht einfach keinen Spass mehr und ich möchte mich auch immer mehr davon distanzieren. Klar ist es als Fashionblogger schwer, denn wer zeigt sich nicht gerne von seiner schönsten Seite? Aber ich möchte mit euch auch andere Bilder teilen können, fern vom ganzen Perfektionismus. Was jetzt nicht gleich heisst, dass ich in meinem Feed keine bearbeiteten Fotos mehr posten werde, aber eben die Mischung macht’s aus. Das finde ich übrigens auch bei anderen Profilen sehr sympathisch. Ich versuche einfach ich selbst zu sein. Einfach mal Bilder posten im unaufgeräumten Zimmer oder auch mal ein Schnappschuss am Strand, auf dem der Body halt nicht aussieht, wie der von Gisele Bündchen. #bodypositivity

Klar, dass müssen wir uns zuerst mal trauen, aber vielleicht wird es dann mit mindestens doppelt so vielen Likes wie sonst belohnt!

Natürlich läuft so eine „Gegen den Strom“ Bewegung immer Gefahr, schnell als der neue Hype gefeiert zu werden, denn auf einen Trend folgt oft ein Gegentrend. Plötzlich feiern alle den Achtsamkeitstrend, den „Against Food Waist“ Trend oder den „More Self Love“ Trend, schmeissen die Smartphones weg, werden vegan und zeigen ihre Problemzonen. Hey, go for it, aber warum können wir nicht mal etwas einfach so machen? Warum können wir nicht glücklich sein ohne gleich jeden Scheiss mitzumachen? Denn auf Dauer macht diese ganze Selbstinszenierung alles andere als happy.

Ich finde wir sollten alle einfach mal eine Runde chillen – und zwar ohne Facebook, Insta oder sonst was. Egal ob 100 Follower oder 10’000, ich bin für mehr Realität auf Instagram. Back to the Roots, wo auf Instagram alles weniger fancy war, dafür aber erfrischend ungeschönt. Ganz normal halt. So viel Mut braucht es doch gar nicht! #mehrrealitätaufinstagram

Photography & Edit: Manuel Perujo

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